Zur Geschichte des Arbeitskreises

Hans Werner Seul

Zur Geschichte des Arbeitskreises

Im Herbst 2014 haben wir uns zum ersten mal getroffen. Ganz spontan war die Idee entstanden, die Lützeler Geschichte aufzuarbeiten. Einmal die alte Geschichte, eng verknüpft mit der Koblenzer Stadtgeschichte, aber auch die noch Lebenden anzusprechen auf Bildmaterial und alte Storys. So mancher Schatz kam zu Tage und es entstand ein regelmäßiger Arbeitskreis.

Unser erstes Projekt, die Installierung eines Videoprojektors in der Sparkasse, in der in wechselnder Folge Filme mit alten Aufnahmen von Lützel gezeigt wurden. Mein Dank gilt vor allem Achim Grein für die Zusammenstellung und Installierung. Josef Keil und Herr Eisner erledigten die handwerklichen Arbeiten.

Von den Lützeler Bürgern wurde die Bitte lauter, doch mal eine Führung durch unseren Wohnort zu machen. Zum 20. April 2016 haben wir eingeladen und die Leute kamen. Ganze 85 Menschen sind 2 Stunden mit durch Lützel gezogen. Am Güterbahnhof gedachten wir der jüdischen Bürger mit einer Schweigeminute, die von hier nach Ausschwitz abtransportiert wurden. Es war ein bewegender Moment. Ich, als Initiator, konnte es nicht fassen, dass ein solches Interesse bestand. Seitdem bieten wir immer wieder Führungen an – bis jetzt mit einer tollen Resonanz.

Unser nächstes Projekt war, eine Erinnerungstafel in der Ringmauer zu installieren. Genau an dieser Stelle, wo unsere Antoniuskirche gestanden hat, deren Reste 1952 gesprengt wurden und bei „Maria Hilf“ eine „Neue Kirche“ gebaut wurde. Auf einer Schautafel bleibt der Teil der Geschichte erhalten.

Um den Bürgern die Bedeutung von Lützel näher zu bringen, habe ich eine imaginäre Figur erfunden: „Johann der Steinmetz“, der Miterbauer der mächtigen „Feste Franz“. Nah an den geschichtlichen Tatsachen orientiert erleben wir mit einem jungen Steinmetz wie die Festung entsteht und das Leben in Lützel nach und nach aufblüht. Ganz wichtig war mir, zu erklären, dass Migration in den letzten 200 Jahren in Lützel immer ein Thema war.

Stele an der Balduinbrücke – Schüllerplatz

Ende 2017 ist zum ersten Mal die Idee aufgetaucht, im Bereich des Schüllerplatzes (für jeden gut sichtbar) eine Gedenkstele zu errichten. Unser Anliegen: Wir wollten ein Zeichen setzen und vor allem niemand vergessen. Alle, ob Juden, Sinti u. Roma, Kommunisten, religiös Verfolgte oder geistig und körperlich Behinderte und wer auch immer unter den NAZIS gelitten hat, an Alle sollte hier gedacht werden.

Wir haben fleißig gesammelt, mein ganz besonderer Dank gilt Frau Weis und bald hatten wir 5000,-Euro zusammen.

Frau Schöffel und Herr Ahlborn haben uns beratend zur Seite gestanden und letztendlich auch das Werk geschaffen, zu unserer aller Zufriedenheit. Am 10. April 2019 hat unser Oberbürgermeister in Anwesenheit vieler Stadträte und mindestens 150 – 200 Bürgern in einem Festakt die Stele enthüllt.

Koblenz-Lützel, den 7. September 2019